Tage 83-88: Bis Chester

Tage 83-88: Bis Chester

Morgens bin ich nach dem zweiten Frühstück im Red Moose Café (vom amerikanischen Frühstück bin ich übrigens echt ein Fan) von einem Trail Angel (Jeep Angel) zusammen mit Golden Calves und einigen anderen zurück zum Trail gefahren worden. Dort begann dann ein langer Aufstieg bei heißem Wetter.

Der Trail war auch hier wieder sehr abwechslungsreich. Zunächst ging es durch eine grüne bewaldete Landschaft und ein paar Tage später wurde es zeitweise fast wieder wüstenhaft.

Blick ins Tal. Unten ist Sierra City zu erkennen.
Eine Brücke führt über eine kleine Schlucht.
Nach längerer Zeit war auch mal wieder Cowboycamping angesagt.

Etwas später kam ich mir plötzlich fast wieder wie in der Wüste vor.

Karge Landschaft vor Belden.
Leider werden auch verbrannte Flächen hier langsam häufiger.

Es folgte dann ein sehr langer Abstieg in ein Tal mit dem kleinen Örtchen Belden. Dort gabbes ein Restaurant, wo ich aber nichts gegessen habe. Ich habe dort nur mit einer ganzen Gruppe anderer Wanderer bis zum spöten Nachmittag gewartet, denn der Tag war unglaublich heiß und keiner wollte den langen, exponierten Aufstieg nach Belden in der Nachmittagshitze machen.

Das Restaurant in Belden.
Am Anfang des Aufstiegs aus dem Tal.
Für den Rest des Tages ging es leider durch weitgehend verbrannten Wald. Langsam geht auch die Sonne unter.

Da ich ja so spät von Belden aus aufgebrochen bin und es während des Aufstiegs keine Möglichkeit gab, zu übernachten, bin ich an diesem Tag noch bis fast 23:00 gewandert. So spät war ich schon lange nicht mehr unterwegs. Oben auf dem Berg habe ich dann einen schönen und moskitofreien Platz auf einer Lichtubg, die frei von verbrannten Bäumen war, zum Cowboycampen gefunden.

Auf dem Weg dorthin habe ich auch den 1300-Meilen-Marker überschritten.
Der Abendhimmel von meinem Cowboycamping-Platz aus.

In den nächsten Tagen ging es dann durch das Gebiet des Dixie-Feuers, das 2021 in der Region gewütet hat und über das auch in den deutschen Medien berichtet wurde. Das Gelände ist riesig und erinnert einen jetzt leider ein bisschen an Mordor aus Herr der Ringe. Es ist sehr traurig das zu sehen. In den Waldbrandgebiete ist es auch unheimlich still – es gibt dort keine Tiere mehr, man hört keine Vögel. Man hört in den nadellosen Bäumen sogar kaum den Wind. Aber auch das ist jetzt ein Teil des PCT.

Hier hat alles gebrannt.
Es muss ein extremes Inferno gewesen sein.
Danke fürs Maintainen. Leider wird hier in den nächsten Jahren extrem viel zu tun sein.
Auch der Mittelpunkt des PCT liegt mitten in der Region des Dixiefeuers. Der alte Marker aus Holz war verbrannt. Jetzt gibt es einen neuen aus Stein.
Achtung eklig: So sieht man aus, wenn man längere Zeit durch Waldbrandgebiet gelaufen ist.

Kurze Zeit nach dem Erreichen des Mittelpunkts des PCT (Juhu!) kam ich dann in den Ort Chester. Leider waren alle Hotels ausnahmslos ausgebucht, sodass ich mit Golden Calves einfach illegal in einem Pavillon eines kleinen Stadtparks gecowboycampt habe. Es hat uns keiner erwischt…

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