Tage 73-82: Kennedy Meadows South – South Lake Tahoe – Sierra City

Tage 73-82: Kennedy Meadows South – South Lake Tahoe – Sierra City

Oh je, seit dem 15. Juni habe ich hier nichts mehr geschrieben. Es wird wirklich mal wieder Zeit. Auch wenn sich das vielleicht komisch anhört, aber mir fehlt tatsächlich etwas die Zeit, hier regelmäßig zu schreiben. Mittlerweile wandere ich fast jeden Tag deutlich über 20 Meilen, was fast den kompletten Tag von Sonnenauf- bis untergang in Anspruch nimmt. Und in den Städten ist auch immer so viel zu tun mit Duschen, Wäsche waschen, Einkaufen, Essen und ein bisschen will man ja auch mit den anderen noch zusammen sitzen, sodass auch dann nicht viel Zeit zum Bloggen bleibt. Ich weiß nicht, wie andere das machen, die sogar Zeit finden, ganze Videos zu schneiden. Aber jetzt nehme ich mir wieder die Zeit und fasse zusammen, was in den letzten Wochen passiert ist.

Nordkalifornien war sehr abwechslungsreich. Es gab hohe Berge, grüne Wälder, Wiesen, viele Seen, trockene Steppen und verbrannte Landschaften.

Zunächst gab es auch immer wieder Schnee, viel mehr als ich zu dieser Zeit in Nordkalifornien erwartet hatte. Zwei mal bin ich auf dem Schnee ausgerutscht, da er durch die starke Sonne schon sehr früh am Tag sehr rutschig und weich wurde. Da halfen auch keine Microspikes mehr. Nach ein paar Tagen habe ich dann South Lake Tahoe erreicht, was direkt an der Grenze zu Nevada liegt. Das Hostel, in dem ich übernachtet have, lag sogar nur wenige hundert Meter von der Stateline entfernt.

Das Hostel in South Lake Tahoe.
Ein paar hundert Meter entfernt waren schon die großen Hotels mit Casinos in Nevada zu sehen.
Der Trail führte am Echo Lake in der Nähe von South Lake Tahoe vorbei. Direkt am South Lake Tahoe war ich leider nicht.
In South Lake Tahoe war es auch mal wieder Zeit für neue Schuhe.

Nach South Lake Tahoe kam es mir dann erst mal so vor, als wäre ich wieder in der Sierra Nevada. Der Trail führte wieder durch sehr hohes und karges, steiniges Gebirge mit noch einigem Schnee.

Zwischendurch gab es noch einen besonders gemeinen Moment auf dem PCT. Den ganzen Tag hatte ich es geschafft, meinen Füße und Schuhe trocken zu halten, aber am Ende des Tages galt es dann noch, auf die andere Seite der Interstate-80 zu kommen. Es gab einen Tunnel, der die Interstate unterquerte, leider stand der aber kniehoch unter Wasser – na super. Ich habe kurz überlegt, schnell oben über die Interstate zu rennen, aber das schien mir doch zu gefährlich zu sein. Also musste ich halt doch durch…

Nasser Tunnel unter der Interstate.
Immer wieder gab es Stellen mit viel Schnee. So langsam muss der doch mal wegtauen…

Das nächste kleine Örtchen war dann Sierra City, was mir sehr gut gefallen hat. Es ist ein winziger Ort, der nur zwei Meilen vom Trail entfernt ist, sodass ich sogar hin laufen konnte. Es gab dort ein Café mit mit leckerem Frühstück (da war ich sogar zwei Mal), einen General Store, der sehr teuer war und sich nur mittelmäßig für einen Resupply eignete und ein altes Hotel, das Old Sierra City Hotel, das wie die ganze Stadt noch aus der Goldgräberzeit stammt. Dort habe ich mir mit Golden Calves ein Zimmer geteilt. Ein Post Office gab es dort sogar auch, sodass ich von dort meine Microspikes und meine Thermo-Unterhose wegschicken konnte – die brauchte ich jetzt erst mal nicht mehr.

Sierra City mit dem Red Moose Café links.

Old Sierra City Hotel

Abends habe ich mit Golden Calves noch ein paar Runde Poolbillard gespielt.

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