Tage 35-39: Bis Tehachapi

Tage 35-39: Bis Tehachapi

In den letzten Tagen gab es eigentlich keine besonderen Vorkommnisse. Ich habe meine Tagesdistanzen mittlerweile deutlich gesteigert und sie liegen jetzt eigentlich immer über 20 Meilen. Die längste Tagesdistanz bisher waren 27,7 Meilen, was mehr als an meinem längsten Tag auf dem AT war (26,1 Meilen). Es war auch das erste mal mehr als die Marathondistanz an einem Tag. Es gab einen Temperatursturz, sodass die Temperaturen sogar eher zu kalt waren. In dem starken Wind habe ich besonders morgens und abends etwas gefroren, in der Sonne war es aber ok.

Den Rekordtag habe ich ganz schön in den Beinen gemerkt. Da Hikertown direkt am Weg lag und es nicht besonders teuer ist, dort zu übernachten, bot es sich für einen Zero an. Hikertown ist ein etwas merkwürdiger Ort – es ist ein Grundstück direkt am Trail, in der eine Art kleine Westernstadt gebaut wurde. Hiker können hier gegen eine kleine Spende zelten oder auch kleine Räume mieten. Insgesamt ist dort alles etwas heruntergekommen, aber da es direkt am Trail ist und nicht besonders teuer, verbringen fast alle dort etwas Zeit. Regelmäßig fährt auch ein Shuttleservice die Wanderer zu einem kleinen Convenience Store, wo man auch einen Burger essen konnte.

Poodle Dog Bush war wieder zugegen.
Der Boden war teilweise wieder sehr sandig.
Natürlich ging es auch wieder durch verbrannte Wälder.
Da freut man sich umso mehr über intakte Wälder.
Auf den Brandflächen haben sich schöne Blumen ausgebreitet.
Auf dem Weg nach Hikertown.
Hikerdusche
Hikertown
Hikertown

Direkt nach Hikertown führt der Trail entlang des Aquädukts, einer riesigen Wasserleitung, durch die Los Angeles mit Wasser versorgt wird. Dieser Abschnitt gilt im Allgemeinen als der langweiligste Abschnitt des ganz PCT. Der Trail ist dort auch absolut flach, sodass dieser Abschnitt eigentlich nur durch die schattenlose Hitze der Wüste anspruchsvoll wird und man normalerweise viel Wasser tragen muss, da man an das Wasser aus der Leitung nicht heran kommt. Aufgrund des kalten Wetters war das für uns aber alles kein Problem – wir hatten hier echt Glück.

Jetzt geht’s am Aquädukt entlang.
Offene Wasserleitung.
Und darüber eine geschlossene.
Das Wasser verläuft hier unter der Erde.

An das Aquädukt schloss sich dann ein riesiger Windpark an. Die Windkraftanlagen reichen hier soweit das Auge reicht.

Lion marschiert durch den Windpark.
Hier besser keinen Hering in den Boden schlagen.

Generell gibt es in letzter Zeit nur sehr wenige Wasserquellen auf dem PCT, was sich erst in der Sierra Nevada dann ins Gegenteil wandeln wird. Manche Abschnitte wären ohne Wassercaches vermutlich gar nicht machbar. Das Bild unten zeigt einen Wassercache der von einem älteren Herrn namens Ray zusammen mit seinem Bruder betreut wird. Schon seit 30 Jahren bringen sie regelmäßig Wasser zum Trail um die Wanderer zu unterstützen. Als wir dort saßen, kam er zufällig gerade mit neuem Wasser an und hatte sogar auch noch Gebäck und Obst dabei!

Der von Ray betreute Wassercache.

Nach dem Windpark erreichten wir dann den Highway 58, wo man ein paar Mal am Tag die Gelegenheit hat, mit einem Bus nach Tehachapi oder Mojave zu fahren, wenn man bei der Busgesellschaft anruft und einen speziellen Stopp für Hiker am Highway anfordert. Wir haben uns für Tehachapi entschieden und teilen uns dort ein Hotelzimmer mit insgesamt 5 Leuten – so bleibt es relativ erschwinglich. In Tehachapi habe ich meine neuen Schuhe vom Post Office abgeholt, die ich bereits seit Campo vor mir her schicke. Nach über 560 Meilen plus bestimmt 40 Meilen in San Francisco war es dringend Zeit für neue Schuhe.

Tehachapi
Neu & Alt
Die Sohle wurde ganz schön komprimiert.

2 Gedanken zu „Tage 35-39: Bis Tehachapi

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