Tage 16-17: San Jacinto, Fuller Ridge und ein langer Abstieg zur Interstate

Tage 16-17: San Jacinto, Fuller Ridge und ein langer Abstieg zur Interstate

Heute sollte es ja wieder auf den Trail gehen, also waren noch ein paar Vorbereitungen zu treffen. Nachdem ich wieder im Café meinen Kaffee getrunken hatte bin ich daher erst mal wieder in den Supermarkt um meinen Resupply durchzuführen, wie es hier heißt. Der Supermarkt hatte im Vergleich zu den vorherigen Einkaufsmöglichkeiten auch endlich mal relativ moderate Preise. Ich habe mir Mühe gegeben, mein Essen etwas besser zu planen und hoffe, dass die Menge diesmal besser passt (bisher war es immer viel zu viel). Auf dem Speiseplan stehen Ramen-Nudeln, Rice Sides, ein Mountain-House-Gericht, Olivenöl, Tortillas mit Käse oder Erdnussbutter, Haferflocken, Honig, Cranberries, Trail Mix (so heißt Studentenfutter hier) und noch ein paar Snacks (Snickers, Butterfinger, Clif-Bars, Goldfish).

Mein Essen für die nächsten Tage

Nach dem Resupply ging es dann noch zum Post Office. Ich hatte dort von Campo aus ein Paket hingeschickt, dass ich jetzt nach Big Bear Lake weitergeleitet habe, dem nächsten Ort. Außerdem habe ich noch ein zweites Paket mit meinem Fleece, den Spikes, meinen Campschuhen und dem Moskitonetz für den Kopf nach Big Bear Lake geschickt, um Gewicht zu sparen.

Gegen Mittag ging es dann über einen ziemlich steilen Zugangsweg (Deer Speings Traim) wieder zurück auf den PCT. Ich hätte vorher nicht so viel essen sollen, das hat den Aufstieg viel schwerer gemacht. Oben angekommen ging es dann weiter über den Rest der San Jacinto Mountains bis zu einem Campsite auf 8600ft Höhe (2600m). Da oben war es in der Nacht wieder sehr kalt und sehr windig und da mein Zelt so sehr flatterte, habe ich leider nicht besonders gut geschlafen.

Am nächsten Tag ging es dann über Fuller Ridge langsam wieder abwärts, teils auch wieder über Schnee. Insgesamt waren die San Jacinto Mountains schon sehr schön und beeindruckend.

Blick auf Fuller Ridge (der mittlere Berg, nicht der hintere am Horizont).
Fuller Ridge aus der Nähe
Auch hier lag wieder Schnee.

Nach Fuller Ridge begann ein endlos langer Abstieg bis zur Interstate 10 auf 1300ft, der sich über unendlich viele Switchbacks (Serpentinen) hin zog. Das ging ganz schön auf die Knie und in den tieferen Lagen wurde die Vegetation auch direkt wieder sehr karg, sodass jeglicher Schatten fehlte.

Immer weiter bergab… vorbei am 200-Meilen-Marker.
In sehr weiter Ferne im Tal sieht man die Interstate 10.
Die Windräder liefen auf Hochtouren.

Unten angekommen stellte sich nun die Frage, wo der beste Übernachtungsplatz ist. Schließlich war für die Nacht ja Unwetter vorhergesagt, aber in dieser offenen Landschaft gibt es keine windgeschützten Stellen. Als einzige Möglichkeit blieb daher nur noch die Unterführung der Interstate 10, wo sich am Abend dann etwa 20 Wanderer eingefunden hatten und sich auf die Nacht unter einer Brücke vorbereiteten. Wir haben noch versucht, Pizza zu bestellen, aber die Pizzerien haben die Lieferung leider alle abgelehnt, als sie hörten, dass sie die Pizza unter eine Brücke liefern sollten. 🙁

Ich dachte, ich würde dort kein Auge zu bekommen, aber am Ende habe ich mit Ohrstöpseln doch viel besser geschlafen, als erwartet. Der Lärm der ganzen LKW, Autos und der Eisenbahn, die die ganze Nacht über die Brücke rauschten, kam da zwar durch, aber immerhin etwas gedämpft. In der Nacht tobte draußen das Unwetter und zwischenzeitlich ist durch den Sturm sogar ein Sprühregen unter die Unterführung geweht worden. Ganz trocken bin ich daher doch nicht geblieben, aber es hielt sich in Grenzen und durch den Wind war der Schlafsack am Morgen auch wieder trocken. Allerdings hat sich in der Nacht ein kleiner Fluss gebildet, der einmal durch die ganze Unterführung floss, sodass einige von ihren Plätzen vertrieben wurden. Davon war ich zum Glück nicht betroffen. Die Nacht war ziemlich speziell, vergessen werde ich sie sicher nicht.

Ein Gedanke zu „Tage 16-17: San Jacinto, Fuller Ridge und ein langer Abstieg zur Interstate

  1. Nach der Nacht unter der Brücke wusstest du dein Zelt aber wieder zu schätzen, oder? Und noch nichtmals ne Pizza, wie gemein. 😩

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