Tag 9: Bis kurz hinter Warner Springs

Tag 9: Bis kurz hinter Warner Springs

Der heutige Tag war der schönste bisher auf dem Trail. Die Nacht war nicht so kalt, wie befürchtet. Die Temperatur ist offenbar doch über dem Gefrierpunkt geblieben. Trotzdem habe ich etwas unruhig geschlafen. Vielleicht hatte ich unbewusst etwas Angst, dass sich ein Mountain Lion meinem Zelt nähern konnte.

Die Nacht war aber ohne besondere Vorkommnisse ubd nach einer großen Portion Oatmeal mit gehackten Datteln ging es gegen 6:45 direkt wieder auf den Trail.

Der Trail war heute sehr abwechslungsreich. Zunächst sind die Kakteen wieder den höheren Büschen gewichen. Ich glaube, die Art der Vegetation hängt davon ab, auf welcher Seite eines Berges man sich befindet.

Es ist wieder grüner geworden.

Nach einigen Meilen habe ich schon die hundertste Meile überschritten.

Hundert Meilen geschafft!

Dann ging es bergab zu einer Straße, von der aus man einen kleinen Laden, den Montezuma Valley Market, erreichen konnte. Dieser Laden hat sich komplett auf PCT-Wanderer spezialisiert und organisiert Shuttlefahrten zum Laden und zurück zum Trail – sehr praktisch. Dort konnte ich meine Vorräte wieder etwas aufstocken, sodass sie jetzt bis Idyllwild reichen sollten.

Dann ging es zurück auf den Trail, der sich von hier aus durch eine recht grüne Wiesenlandschaft schlängelte. Die Auf- und Abstiege waren sehr seicht, der Trail einfach mit wenig Geröll auf dem Weg und die Temperatur moderat. Heute waren die Bedingungen optimal. Heute hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass sich langsam wieder eine Thru-Hiking-Routine entwickelt. Das Wandern fällt leichter und auch z.B. das Packen des Rucksacks am Morgen geht schneller, da sich langsam wieder eine Routine entwickelt, was im Rucksack an welche Stelle gehört.

Der PCT führt über eine Wiese.
Eine kleine Schlange Sonntag sich am Mittag.
Zwischenzeitlich geht es sogar an einem hier seltenen Bächlein vorbei.
Blühende Pflanzen
Ein toter Baum.
Der Mond scheint schon über den Bergen.

Direkt am Weg lag zwischendurch noch das Community Resource Center des kleinen Örtchens Warner Springs, das glaube ich Teil der örtlichen Schule ist. Das Areal war für PCT-Wanderer geöffnet und es gab dort u.a. Wasser und Strom. Ich habe daher dort etwa eine Stunde gewartet, bis mein Handy wieder geladen war, damit ich auch wieder genug Strom zum Schreiben der Blogartikel habe.

Warner Springs Community Center

Jetzt bin ich an einem Zeltplatz unter Bäumen direkt an dem kleinen Bach. Es ist das erste Mal, dass ich direkt an einer Wasserquelle zelten kann. Es ist zwar erst 20:00 aber da es schon dunkel ist, ist schon „Hiker Midnight“ und alle sind in ihren Zelten. Man hört den kleinen Bach plätschern und einige Frösche quaken.

Vorhin habe ich allerdings schon einen Schrecken bekommen, weil ich dachte, ich hätte meine Stirnlampe verloren, aber ich hatte nur vergessen, sie in meine Elektroniktüte zu packen und sie hing noch an der Zeltdecke, nachdem ich es wieder aufgebaut hatte. Da muss ich in Zukunft besser aufpassen, denn falls man mal in der Dunkelheit noch wandern muss, sollte die Lampe direkt griffbereit sein.

Von hier aus wird es morgen und übermorgen von aktuell 3000ft auf eine Höhe von über 5000ft gehen. Danach geht es dann sogar schon auf über 6000ft. Ich bin gespannt, wie sich die Landschaft dadurch verändern wird.

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