Tag 7: Zero in Julian

Tag 7: Zero in Julian

Anders als geplant ist der heutige Tag doch zu einem Zero geworden. So werden Tage genannt, an denen gar keinen Meilen auf dem Trail zurückgelegt wurden. Eigentlich wollte ich heute schon wieder zurück auf den PCT, aber da der Wetterbericht für die höheren Lagen in den Bergen Windböen bis 100 km/h vorhergesagt hat, war mir das zu heikel. Schon bei den 70-km/h-Böen vor einigen Tagen war mir etwas mulmig, und bevor mir noch das Zelt wegfliegt, habe ich mich dann doch entschieden, das Weiterwandern um einen Tag zu verschieben.

Die Nacht habe ich eigentlich gar nicht in Julian verbracht, sondern in einem kleinen Ort nebenan namens Wynola. Dort habe ich mir im Apple Tree Inn ein Zimmer mit zwei anderen Hikern geteilt. Da es nur zwei Betten gab und ich mich nachträglich angeschlossen habe, habe ich auf dem Boden auf meiner Schlafmatte geschlafen und dafür aber dann auch weniger gezahlt. Nur eine Waschmachine gab es dort leider nicht, sodass ich nur im Waschbecken Wäsche waschen konnte.

Heute morgen bin ich dann das erste mal gehitchhiked (getrampt), um wieder zurück nach Julian zu kommen. Ich hatte Glück: Gleich das zweite Auto hat angehalten und ein älteres Ehepaar, das auf dem Weg zu seinem Ferienhaus war, hat mich mitgenommen.

In Julian selbst gab es nicht wirklich viel zu tun. Aber da ich in den letzten Tagen auf dem Trail glaube ich zu wenig gegessen habe, hatte ich immerhin die Gelegenheit, das Kaloriendefizit wieder auszugleichen.

Zuerst war ich daher bei Mom’s Pies und habe mir dort meinen Kuchen und Kaffee geholt, der thru-hikern dort kostenlos gegeben wird (wenn man sein Permit vorzeigt). Der Kuchen war superlecker und ich habe dann auch ein paar Dollar als Trinkgeld dort gelassen. Ab Zwölf gab es dann ein Hiker Sandwich für 5 Dollar im Supermarkt. Eine Stunde später war ich schon wieder hungrig und habe mit den Leuten aus dem Hotel im Café einen Burger gegessen. Der war gigantisch und auch sehr lecker.

Gegen Nachmittag habe ich dann Lea und Laex aus Deutschland wieder getroffen und wir sind zusammen zum Stagecoach RV Campingplatz einige Meimen entfernt gefahren und haben dort nach einen gemeinsamen Tortillaabendessen am Feuer gezeltet. Es war tatsächlich sehr stürmisch. Mein Zelt hat zwar wieder gut gehalten, allerdings sind leider Unmengen an ultrafeinem Sand ins Zelt gefehlt worden. Zwischenzeitlich habe ich in der Nacht schon überlegt, eine FFP2-Maske aufzuziehen. Der Sand hat sich leider überall im Zeltstoff festgesetzt und ich weiß noch gar nicht, wie ich den jemals wieder richtig rausbekommen soll. Immerhin habe ich trotz allem relativ gut geschlafen.

Moms Pies
Die Hauptstraße in Julian
Ein viel zu teurer Supermarkt.
Zelten auf dem Campingplatz
Der Sturm zieht auf.

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